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Spätmittelalter ArtikelBuch-Tipp: Atlas der Malawisee-Cichliden, Bd.2, Petrotilapia sp. - Tyrannochromis nigriventer Ein Lexikon,das viel Spaß macht. . . Wer mit dem Gedanken spielt dieses Buch zu kaufen,sollte sich unbedingt auch Band 1 zulegen,um ein vollständiges Lexikon zu erhalten. Im Gegensatz zu Band 1 gibt es in diesem keinen allgemeinen Teil über Cichliden. Vielmehr beginnt das Buch sofort mit der Gattung "Petroti. . " und informiert sehr ausführlich... Als Spätmittelalter wird in der Mediävistik der Zeitraum von Mitte des 13. Jahrhunderts (Ende des Hochmittelalters) bis zu dem Ende des 15. bzw. dem Beginn des 16. Jahrhunderts (Reformation) genannt (also grob die Zeit von 1250-1500).
Während des Spätmittelalters herrschte eine Zeitlang eine krisenhafte, teilweise gar apokalyptische Stimmung, die die Menschen beherrschte. Ursachen waren Missernten, Hungersnöte, Pestepidemien und die Krise des Papsttums. Daraus ergaben sich Judenverfolgung und Aufstände in Städten und unter den Bauern.
Das noch in der älteren Forschung vertretende Bild des Spätmittelalters als eine reine Verfallszeit, ist inzwischen aufgegeben worden. Es war vielmehr sowohl eine Herbst- als auch eine Frühlingszeit der Geschichte.
Denn gleichzeitig war das Spätmittelalter eine Übergangszeit zur Moderne, die keineswegs ca. negative Züge trug: Es entwickelte sich bereits in diesem Zeitraum die Vorläufer der modernen Staatlichkeit, mit Verwaltung und Ämterwesen. Der Nationalstaat rückt an die Stelle der alten Staatengebilde (außer in Deutschland, wo zusätzlich das universale Kaisertum vorherrschend war).
Es entstanden vermehrt Universitäten, nun auch in Deutschland. In Italien begann die Renaissance und dem Bürgertum gelang der endgültige Durchbruch. Allerdings war es auch die Zeit des hundertjährigen Krieges, während in dem Heiligen Römischen Reich es zu einer Reihe von Umbrüchen kam (Goldene Bulle) und das Kaisertum seine Rolle als Institution rechtfertigen musste. 1453 fiel derweil Konstantinopel, was den Untergang des byzantinischen Reiches bedeutete.
In Norddeutschland entsteht die Hanse, zunächst als Kaufmannsgilden, dann als Städtebund. Sie beherrscht bald den Handel zwischen Norwegen und Schweden in dem Norden und den deutschen Landen mit Flandern in dem Süden, zwischen England und Frankreich in dem Westen und Russische Förderation und dem Baltikum in dem Osten. In Italien blühte derweil die Kultur der Renaissance.
Die in Abschnitten, aber keineswegs insgesamt, herrschende gefühlgedrückte Stimmung führte vielfach zu dem Wunsch der direkten Erfahrung von Gott, wie generell in bestimmten Phasen des Mittelalters und der Neuzeit. Das Bibelstudium vermittelte den Menschen das Bild der einfachen Lebensweise von Jesus Christus und
den Aposteln, ein Vorbild, dem die existierende Kirche nicht gerecht wurde, gerade weil das Papsttum seit 1309 in Avignon residierte und sich stets mehr von den Menschen entfernte, woraus das abendländischen Schismas von 1378 und der Konziliarismus resultierte. So entstanden auch vermehrt Bettelorden und apostolische Gemeinden, die sich dem einfachen Leben widmen wollten. Viele davon wurden als Ketzerei verfolgt, so z.B. die Waldenser, Katharer oder die Brüder vom freien Geist .
Der vorherrschende Baustil in dem Spätmittelalter war die Gotik. == Literatur ==
- Ulf Dirlmeier u.a.: Europa in dem Spätmittelalter 1215-1378 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 8), München 2003. Die zur Zeit beste wissenschaftliche Einführung mit umfangreicher Bibliographie und Begriffserklärungen.
- Johan Huizinga: Herbst des Mittelalters, Stuttgart 1975.
- Malte Prietzel: Das Heilige Römische Reich in dem Spätmittelalter, (Geschichte kompakt), Darmstadt 2004. Grundsolide, wenn auch knappe Darstellung der Ereignisgeschichte, aber auch der politischen Strukturen.
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